MEERANE — Mit Spartacus Facility Management ist die Meeraner IT-Firma N+P Informationssysteme jetzt auf dem Sprung in die internationalen Märkte. Der berühmte Gladiator steht Pate für ein Computerprogramm, das bequem auf einen USB-Stick passt, aber in der Lage ist, ganze Gebäude- und Anlagenkomplexe zu verwalten.
Die Entwicklung begann Ende der 1990er-Jahre „An der Hohen Straße“ im Meeraner Gewerbegebiet. Heute nutzen das Programm rund 150 Unternehmen bundesweit, sagt Jens Hertwig, Geschäftsführender Gesellschafter.
Das Prinzip dahinter ist so einfach wie genial: Man „füttert“ Spartacus mit den entsprechenden Daten und erhält „auf Knopfdruck“ Transparenz über sämtliche Liegenschaften, Gebäude- und Anlagenstrukturen. Mehr noch – die Software denkt mit. So unterstützt das Programm beispielsweise über eine integrierte Terminerinnerung die Überwachung sämtlicher Prüf-, Inspektions- und Wartungsfristen für technische Anlagen. Der Mehrwert: Die Verantwortlichen kommen vom Reagieren ins Agieren, teuren Ausfällen wird vorgebeugt.
Das kommt bei den Unternehmen an, spart Zeit und Geld. Erfahrungen zeigen, dass mit einer solchen Software die Kosten für den Gebäudebetrieb um bis zu 20 Prozent gesenkt werden konnten. Bald könnte Spartacus helfen, Leben zu retten: „Wenn in einer großen Chemieanlage irgendwo ein Brand ausbricht, sieht der Techniker auf seinem tragbaren Mobilfunkgerät in einem dreidimensionalen Gebäudemodell selbst am anderen Ende des Geländes sofort, wo er hin muss, welche Gefahren eventuell durch sensible Leitungen im Umfeld lauern und wie der Evakuierungsplan aussieht“, blickt Hertwig in die mobile Zukunft. 20 Experten beschäftigen sich bei N+P mit der Weiterentwicklung von Spartacus.
Spartacus Facility Management ist nur ein Kind der Meeraner IT-Experten. Die Grundpfeiler des Unternehmens bilden Dienstleistungen in Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und IT-Services. Verknüpft mit dem Wissen des N+P-Teams bilden sie die Basis für die Umsetzung komplexer Projekte in Industrieunternehmen, Sparkassen und Banken, im Architektur- und Bauwesen sowie der öffentlichen Verwaltung. Dabei arbeitet N+P mit Softwarepartnern zusammen, die die entsprechenden Produkte bereitstellen. Spartacus ist daher etwas Besonderes, kommt es doch aus dem eigenen Haus. Und die Qualität stimmt. Vor wenigen Wochen wurde die N+P-Software durch den deutschen Verband für Facility Management zertifiziert. Hertwig: „In unserer Branche haben das gerade einmal elf Unternehmen.“
Das Familienunternehmen zählt im 21. Jahr seines Bestehens mehr als 100 Mitarbeiter, die sich mittlerweile deutschlandweit verteilen. Neben dem Firmensitz in Meerane gibt es Geschäftsstellen in Dresden, Nürnberg und München sowie ein Büro in Stuttgart.
Solide wachsen – eine von Hertwigs Maximen. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter – Informatiker, Betriebswirte, Softwareentwickler, Konstrukteure – liegt bei 34 Jahren. 15 Absolventen der Westsächsischen Hochschule (WHZ) hat N+P eingestellt, darunter den Spartacus-Entwicklungsleiter, Informatiker Michael Härtig. Selbst Jens Hertwig, heute 50, kommt von dort.
20 Jahre Erfolgsgeschichte eines Meeraner Unternehmens
Kunden: Bei Sparkassen und Volksbanken ist N+P mit Spartacus nach eigenen Angaben Marktführer. Der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (755 Objekte) arbeitet seit 2003 damit. Spartacus-Kunden der Region: die Städte Zwickau, Crimmitschau, Meerane, der Eigenbetrieb „Zentrales Immobilienmanagement“ des Landkreises Zwickau.
Firmenchronik: Im Mai 1990 gründete Jens Hertwig das Unternehmen mit vier Mitarbeitern, 1994 zog er nach Meerane um. 1996 begann N+P mit der Softwareentwicklung. 2001 ging Spartacus Facility Management auf den Markt. Im Jahr 2007 wurde die N+P Industrieberatung GmbH gegründet. 2008 gewann die Firma den Wachstumspreis der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau. 2009 Übernahm N+P ein Spartacus-Wettbewerbsprodukt und führte es jetzt mit Spartacus zusammen. „Der beste Spartacus, den wir jemals hatten,“ sagt der geschäftsführende Gesellschafter Hertwig.
Erschienen in: Freie Presse, 20.11.2010