Vernetzung der realen und virtuellen Welt

Augmented Reality (AR) bezeichnet die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Das heißt, die reale Welt wird mit alphanumerischen, grafischen und multimedialen Informationen angereichert, um diese gezielt zur Unterstützung von Prozessen und Entscheidungen zu nutzen.

Spätestens seit Pokémon Go hat die Technologie in den Privathaushalten Einzug gehalten. Aber auch davor wurden AR-Technologien bereits genutzt, auch wenn der Begriff selbst noch nicht geläufig war. So ist es bereits seit geraumer Zeit möglich, Zusatzinformationen zu Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten auf den Displays der Smartphones einzublenden. Die Zusatzinformationen reichen dabei von Navigationsdaten bis hin zu Informationen zu historischen Gebäuden. Die rasante Entwicklung von mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets und Datenbrillen macht die AR-Entwicklung für eine breite Masse zugänglich.

Forschung und Entwicklung der N+P

Bereits im Jahr 2012 begann die N+P Informationssysteme GmbH im Rahmen des Forschungsprojektes "Augmented Reality im Facility Management" mit der Entwicklung prototypischer AR-Anwendungen, um die bestehenden Daten aus der CAFM-Lösung SPARTACUS Facility Management® verarbeiten zu können. Im Vordergund des Projektes standen die Evaluierung, Konzeption und Entwicklung von Technologien, um mobile FM-Prozesse durch die Anreicherung mit visuellen Informationen zu unterstützen. Um standort- bzw. kontextbezogene Informationen visuell darstellen zu können, ergab sich im Vorfeld außerdem die Notwendigkeit, Standortinformationen mit FM-Informationen zu verknüpfen. Entstanden sind verschiedene Prototypen, die im Facility Management einsetzbar sind.

Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden hat die N+P im Rahmen des Forschungsprojektes "Cyber-Physical Manufacturing Facility Management (CyPhyMan)" einen Prototypen entwickelt, der ein AR-Szenario mit einer Microsoft HoloLens-Brille und einem Kaffeeautomaten, der als Äquivalent für eine technische Anlage steht, verdeutlicht. Mit dem Blick durch die Brille auf den Kaffeeautomaten werden Objektinformationen oder Wartungstermine angezeigt. Außerdem können Produktionskennzahlen aus einem integrierten MES-System, wie die Anzahl der gekochten Kaffees, dargestellt werden. Anwender erhalten zudem Unterstützung bei der Checklisten-geführten Wartung.

Weitere Einsatzmöglichkeiten von AR im FM

Auch FM-Prozesse können durch visuelle Zusatzinformationen angereichert werden und damit die Effektiviät der Vorgangsbearbeitung steigern. Folgende Themen sind für den Einsatz der AR-Technologie im Facility Management denkbar:

  • Übersicht der Maßnahmen: Alle zu erfüllenden Aufgaben eines Mitarbeiters werden mit dem aktuellen Status über den betreffenden FM-Objekten auf dem Kamerabild eingeblendet.

  • Erweiterte Kartenansicht mit Benchmark-Ergebnissen: Auf einer Kartenansicht werden zum Vergleich Benchmark-Ergebnisse zwischen verschiedenen Standorten angezeigt, z. B. Wasserverbrauch pro Kopf an allen Schulen pro Jahr

  • Hervorhebung von FM-Objekten: Verwaltete FM-Objekte werden hervorgehoben, z. B. durch eine Umrandung, um durch eine Selektion nähere Informationen zu einem Objekt zu erhalten.

  • Übersichtsanzeige von Wartungszyklen und Aufträgen: Alle Wartungszyklen und Aufträge mit aktuellen Informationen werden über den betreffenden FM-Objekten bzw. technischen Anlagen auf dem Kamerabild angezeigt.

  • 3D-Bestuhlungsansicht: Mit Hilfe der 3D-Anzeige und Manipulation von Bestuhlungsvarianten für die Planung von Raumreservierungen werden die Auswahl, Anordnung und Ausrichtung der 3D-Modelle auf dem Kamerabild ermöglicht.

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  • Björn Schuster
Björn Schuster
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